Ernährung von alten Pferden und solchen mit Zahnproblemen

 

Der Pferdezahn wird ein Leben lang abgerieben.
Die Schmelzstrukturen auf der Kaufläche nehmen ab.
Dadurch wird diese im Alter zunehmend glatter, sodass auch durch eine Zahnbehandlung die Kaufunktion nicht immer befriedigend wiederhergestellt werden kann. In der Folge kaut das Pferd Wickel, frisst langsam oder "sortiert" das Futter beim Fressen von links nach rechts.

Als erste Maßnahme kann Grummetheu oder eingeweichtes Heu/Kraftfutter gefüttert werden.

Meist wird der Energiebedarf des alten Pferdes auf diese Weise nicht ausreichend gedeckt. Es ist zu dünn. Auf dem Markt befinden sich zum Glück geeignete Futtermittel, sodass theoretisch auch ein Pferd ohne Zähne ausreichend ernährt werden kann.

Diese sind:

  • Grascobs/Heucobs (1 kg Trockenmasse pro 100 kg Sollgewicht des Pferdes)
  • Luzernecobs (500 – 800 g pro 500 kg Pferd)
  • Reiskleie (300 g pro 500 kg Pferd)
  • Max. 0,5 kg Kraftfutter pro 100 kg Körpergewicht des Pferdes
  • Unmellassierte Rübenschnitzel
  • Leinsamen (geschrotet)
  • Mash – 3 x pro Woche
  • Bis zu 300 ml Pflanzenöl (langsam daran gewöhnen)
  • Mineralfutter

Das gesamte Futter muss eingeweicht werden.

Kann das Pferd gar kein Heu mehr fressen, muss das Futter auf mindestens vier Mahlzeiten am Tag verteilt werden.

Dies hat mehrere Gründe:
Zum einen ist der Magen des Pferdes als Fluchttier relativ klein und fasst nur 15 – 20 L, sodass größere Mengen Futter nicht auf einmal aufgenommen werden können.
Zum anderen entstehen ansonsten zu starke Schwankungen des Insulinspiegels.

Beim alten Pferd ist nicht nur die Kaukapazität eingeschränkt, sondern auch die Speichelsekretion, Magensäure und Bauchspeicheldrüsenaktivität können verringert sein.

In der Regel kommt man aber mit geringeren Mengen an Futter aus als oben angegeben, v.a. wenn die Pferde noch Heu und Stroh knabbern.

Heu sollte immer zusätzlich angeboten werden.
Auch wenn sich alte Pferde nicht mehr daran satt fressen können, dient es der Beschäftigung.

Wasser muss alten Pferden jederzeit zugänglich sein, sonst ist das Kolikrisiko erhöht!

Bei plötzlichem Temperaturabfall oder nasskaltem Wetter brauchen magere Pferde eine Decke. Ohne isolierende Fettschicht verbraucht der Erhalt der Körperkerntemperatur durch Muskelzittern oder Bewegung zu viel Energie.

 
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